Pressemitteilung AG Filmfestival – 26. November 2020 

 

Filmfestivals in Deutschland plädieren für einen Strukturwandel in der Kinokultur

 

Die aktuelle Corona-Krise erfordert kurzfristige Intervention, um Strukturen zu stützen und Beschäftigten im Kulturbereich zu helfen, aber auch eine langfristige kulturpolitische Agenda. Während viele Kultursparten konkret in Gespräche zu Exitstrategien für die Zeit nach Corona einbezogen werden, reklamieren die Filmfestivals, die in der AG Filmfestival zusammengeschlossen sind, dass die über 400 Filmfestivals in Deutschland, die erheblich zur Verbreitung der Filmkultur und zum Erhalt der Kinokultur beitragen, gleichberechtigt mit anderen Kultursparten in Gespräche über zeitnahe und künftige Strategien einbezogen werden. Überdies fordern die Filmfestivals einen Strukturwandel im Bereich Kinokultur, die wesentlich von den Filmfestivals profitiert.

 

Der filmkulturelle Wert und das Potential der Filmfestivals

Filmfestivals sind in den letzten 20 Jahren zu einem wesentlichen Faktor in der Wahrnehmungsökonomie geworden und sind somit relevanter Teil in der Verwertungskette der Filmbranche und somit der Filmkultur. Beinahe alle Filmfestivals in Deutschland und international hatten in den vergangenen Jahren einen enormen Zuwachs an Publikum zu verzeichnen. Filmfestivals haben zuletzt maßgeblich dazu beigetragen, das deutschlandweite Kinosterben in Stadt und Land abzubremsen und Kinokultur erlebbar zu halten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der kulturellen Grundversorgung und zum sozialen Zusammenhalt ebenso wie zur Steigerung der Attraktivität und sogar Stärkung strukturschwacher Regionen. Der anhaltende Rückgang von gewerblichen Kinos wird wegen der Corona-Krise zusätzliche signifikante Lücken im Kinoangebot hinterlassen, sodass Filmfestivals neben ihrer kulturellen Qualität auch in ihrer gesellschaftlichen Funktion eine noch weitaus größere Bedeutung erlangen werden.

 

Der kreativwirtschaftliche Wert und das Potential der Filmfestivals

Jenseits der gesellschaftlichen und künstlerischen Werte, für die Festivals stehen, ist das kreativwirtschaftliche Potential ein wesentlicher Aspekt. Auf Filmfestivals findet in Deutschland eine in Umfang und Wirkung ernstzunehmende Auswertung deutscher Filme im Kino statt; ihr Anteil an der Kinoauswertung deutscher Produktionen wird sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Im Vergleich zu den schwindenden Zuschauerzahlen im Kino verzeichnen Filmfestivals eine stetig zunehmende Nachfrage. Im Bemühen, die Kinoauswertung deutscher Filme attraktiver zu machen, kommt Filmfestivals eine zentrale Bedeutung zu.

 

Die Filmfestivals möchten wegen ihres substanziellen Beitrags zur Filmkultur einen Strukturwandel einleiten und stellen folgende Forderungen auf:

  • neben anderen Kultursparten gleichberechtigt in Gespräche über Strategien zur Wiederaufnahme kultureller Angebote einbezogen zu werden. Derzeit werden die Gespräche an den besonderen Herausforderungen von Kinos und Festivals vorbei geführt.
  • eine leistungsgerechte und transparente Förderstruktur: Filmfestivals werden bisher in Deutschland von Seiten der Filmförderanstalten und Ministerien nur gering gefördert. Dies würde allen in der Auswertung von Filmen Beteiligten zu gute kommen – den Filmen, den Vertrieben, den Kinos und dem Publikum.
  • eine Berücksichtigung der Besuchszahlen von Filmfestivals in der Filmauswertung im Rahmen der Filmförderungsanstalt (FFA): Die ganz erheblichen Eintrittszahlen, die deutsche Filme durch Filmfestivals mittlerweile erzielen, sollen nach Auffassung der AG Filmfestival nach künftig im Filmförderungsgesetz (FFG) berücksichtigt werden.
  • Erhalt und Unterstützung von Festivalkinos: Nicht erst seit der Corona-Krise ist die Kinostruktur gefährdet. Hier muss aus Sicht der AG Filmfestival umgesteuert werden, indem Kinos gezielt in ihrer Eignung und ihrem Potential für Festivals erhalten, weiterentwickelt und gefördert werden. Die AG Filmfestival sieht dringenden Handlungsbedarf bei der künftigen Ausgestaltung, Nutzung und Trägerschaft von Kulturbauten.
  • eine qualitativen Studie zu deutschen Filmfestivals: Trotz einer ausdifferenzierten Filmfestivallandschaft von über 400 Filmfestivals in Deutschland wissen wir wenig über deren Struktur, Verbreitung und Wirkung. Es mangelt an fundierten Erkenntnissen, die Grundlage auch von kulturpolitischen Entscheidungen sein sollten.

 

Zur AG Filmfestival

In der im Juli 2019 gegründeten AG Filmfestival haben sich eine Vielzahl deutscher Filmfestivals zusammengeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die größten und ältesten Filmfestivals in Deutschland, Filmfestivals aus allen Regionen und Sparten. Ziel der AG ist es, sich untereinander zu vernetzen, bessere Bedingungen für Filmfestivals in Deutschland zu schaffen und Filmkultur zu stärken und zu fördern. Derzeit hat die AG Filmfestival weit über 100 Mitglieder.

Pressekontakt: Ludwig Sporrer sporrer@ag-filmfestival.de

 

 

 

Rettet die Filmkultur! Positionen von neun Interessenverbänden zur FFG Novelle und  zur Unterstützung der Filmschaffenden in der Corona-Krise

An die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters
An den Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz Bernd Sibler
Sowie an die Mitglieder des Bundestages
Elisabeth Motschmann
Martin Rabanus
Yvonne Magwas
Johannes Selle

Berlin, den 30. April 2020

Betrifft: Rettet die Filmkultur! Positionen von neun Interessenverbänden zur FFG Novelle und  zur Unterstützung der Filmschaffenden in der Corona-Krise

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Monika Grütters,
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Bernd Sibler,
Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages Elisabeth Motschmann, Martin Rabanus, Yvonne Magwas, Johannes Selle,

wir unterzeichnenden Verbände und Vereinigungen haben großes Verständnis, dass die außergewöhnlichen und für uns alle unerwarteten und belastenden Umstände der Corona- Pandemie auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordern.

Wir ersuchen Sie daher, die Laufzeit des aktuellen FFG keinesfalls um mehr als ein Jahr zu verlängern, da wir es für dringend geboten halten, zeitnah ein Gesetz umzusetzen, das schlüssige Antworten auf die Entwicklung und die Krise findet.

Ebenso möchten wir Sie bitten, die Konsultationen zur Novellierung des Gesetzes zeitnah wieder aufzunehmen. Dies kann auch auf kürzeren Wegen als an Runden Tischen geschehen – aber bevor durch Referentenentwürfe bereits Vorfestlegungen vorgenommen werden.

Materielle Not, Sorgen und Unsicherheiten, die durch die Corona-Krise entstehen, betreffen uns alle: Kreative, Produzent*innen, Filmschaffende vor und hinter der Kamera, Verleiher*innen, Filmfestivals und Kinobetreiber*innen. Sie treffen die Branchenmitglieder allerdings sehr ungleich. Nicht wenige arbeiten schon zu normalen Zeiten unter prekären materiellen Bedingungen. Nun drohen ganze Sektoren und Beteiligte zu verschwinden bzw. abgewickelt zu werden. Deshalb möchten wir Ihnen folgenden Vorschlag unterbreiten:

Während einige in dieser Krise vor der Insolvenz stehen, profitieren andere überproportional.  Dazu gehören Netzprovider und Streamingdienste ebenso wie die Fernsehsender, die in Zeiten erzwungener Schließung von Kinos, Filmfestivals und anderen Kinokulturstätten ungeahnte Zuschauerzahlen verzeichnen sowie längst verloren geglaubte Publikumsgruppen ansprechen und über ihre Mediatheken und Youtube-Kanäle mit Filmen versorgen. Erste vorläufige Zahlen zeigen, dass das digitale Streaming von Filmen in fast allen Ländern seit Beginn der Pandemieeindämmungsmaßnahmen um bis zu 150 Prozent zugenommen hat. Netflix hat seit Anfang des Jahres allein 16 Millionen neue Abonnenten gewonnen.

Diese Erfolge sind aber nur möglich durch die Vorarbeit all jener Filmschaffenden, Verleiher*innen, Kino- und Festivalmacher*innen usw., die jetzt von der Krise betroffen sind und auf deren Kosten dies nun geht.

Aus unserer Sicht ist hier ein fairer Ausgleich unbedingt geboten, um die krisenbedingte unverschuldete Wettbewerbsverzerrung aufzufangen. Wir fordern daher – auch um die öffentlichen Haushalte nicht noch zusätzlich zu belasten – eine Solidaritätsabgabe durch die Streamingdienste und Netzprovider und – sofern angezeigt – durch die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender. Diese Abgabe sollte all jenen zugutekommen, die im Filmbereich massiv benachteiligt sind, gerade auch den freien Kulturschaffenden im Filmbereich, die von der Soforthilfe des Bundes nicht profitieren. Denn diese sind die Haupt-Leidtragenden in außergewöhnlichen Krisenzeiten.

Es ist wichtig, auch und gerade in schweren Zeiten, gemeinsam an Problemlösungen und Ideen zu arbeiten, um dem Kino in seiner ganzen Vielfalt einen Platz in der Kulturlandschaft auch weiterhin zu sichern. Wie unser letzter Brief wird auch dieser veröffentlicht werden, um die Branche und Öffentlichkeit an der Diskussion zu beteiligen.

In der Hoffnung auf eine zukunftsträchtige Zusammenarbeit verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen

AG DOK
AG Filmfestival
AG Kurzfilm
Bundesverband kommunale Filmarbeit
Bundesverband Regie
Crew United
Hauptverband Cinephilie
Verband der deutschen Filmkritik
Zukunft Deutscher Film

 

 

Pressemitteilung AG Filmfestival – 21. April 2020 

 

Deutsche Filmfestivals veröffentlichen ihren Code of Ethics

Erklärung der AG Filmfestival

 

Die aktuelle durch den Corona-Virus verursachte Krise stellt insbesondere an Festivals hohe Herausforderungen. Veranstaltungen müssen abgewickelt, verschoben oder neu als Online-Ausgabe geplant werden. Überdies müssen zahlreiche rechtliche Fragen geklärt werden, etwa hinsichtlich Personalverträgen und Stornierungen, und vor allem Zuschüsse und Sponsoringleistungen gesichert werden. Viele kleinere Festivals sind durch die Situation überfordert. Nicht zuletzt entstehen in diesem Prozess ganz neue Fragen nach dem Zweck und der künftigen Ausgestaltung von Filmfestivals. 

Die AG Filmfestival hat sich einstimmig auf einen Normenkatalog geeinigt, der einen fairen Umgang mit Filmen beziehungsweise Filmemacherinnen und Filmemachern ebenso wie unter Filmfestivals selbst regeln soll. Überdies werden auch Fragen der fairen Bezahlung oder des schonenden Umgangs mit Ressourcen bestimmt. Dieser Code of Ethics stellt die Grundlage der gemeinsamen Arbeit und vor allem des solidarischen Handelns untereinander dar.

Der Katalog umfasst 18 Punkte, in denen wesentlichen Themen und Interessen benannt werden. In der Präambel werden das Selbstverständnis der Filmfestivals postuliert und Ziele festgelegt. Filmfestivals verstehen sich als Teil der Filmwirtschaft und der kulturellen Praxis Kino. Dabei möchten sich die Filmfestivals auch an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nation orientieren. Sie setzen sich für eine plurale und gerechte Gesellschaft ein, sie sprechen sich gegen jegliche Diskriminierung aus und berücksichtigen Diversität sowohl in inneren Strukturen als auch in der Außendarstellung. 

Den Code of Ethics der AG Filmfestival finden Sie hier.

Die AG Filmfestival hat zwischenzeitlich Ende März einen temporären Infodienst für ihre Mitglieder eingerichtet. Ziel ist es, einen strukturierten Wissenstransfer unter Filmfestivals einzuleiten. In diesem Zusammenhang wurde auch eine interne Umfrage durchgeführt, um die drängendsten Fragen unter den Mitgliedern und damit mögliche Handlungsfelder zu ermitteln. 

 

Pressekontakt: AG Filmfestival Ludwig Sporrer info@ag-filmfestival.de

www.ag-filmfestival.de/

 

Zur AG Filmfestival

Aktuell haben sich 99 deutsche Filmfestivals in der im Juli 2019 initiierten AG Filmfestival zusammengeschlossen. Sie sieht es als ihre Aufgaben, die Interessen der Filmfestivals bundesweit zu vertreten.  Zu den Gründungsmitgliedern zählen die größten und ältesten Filmfestivals in Deutschland, Filmfestivals aus allen Regionen und Sparten. Ziel der AG ist es, sich untereinander zu vernetzen, bessere Bedingungen für Filmfestivals in Deutschland zu schaffen und gemeinsam mit den Filmschaffenden und anderen Verbänden Filmkultur zu stärken und zu fördern.

 

 

 

Deutsche Filmfestivals reagieren auf Corona-Krise

Erklärung der AG Filmfestival

 

Es gibt kaum ein Festival in Europa, das noch nicht von der Corona-Krise betroffen ist. Einige Festivals mussten kurzfristig ihre Veranstaltungen absagen, niemand kann nur annähernd die finanziellen Folgen absehen. Besonders betroffen aber sind diejenigen, die auf Basis freier Mitarbeit oder als Dienstleister tätig und ohnehin schon am wenigsten abgesichert sind.

 

Strukturierte Planung oder Vorsorge sind kaum möglich. Es fehlt an belastbaren Aussagen zu Kriterien, unter denen Veranstaltungen untersagt werden, über die wahrscheinliche Dauer von behördlichen Erlassen und über die Haltung von Förderern und Zuschussgebern im Umgang mit Verbindlichkeiten und Abrechnungen. Die Lage also ist prekär.

 

Die AG Filmfestival hat daher einen temporären Infodienst für ihre Mitglieder eingerichtet, der von Lars Henrik Gass (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen) und Ludwig Sporrer (styxX – München) koordiniert wird. Ziel ist es, einen strukturierten Wissenstransfer unter Filmfestivals einzuleiten: 1. zu Kriterien von Erlassen 2. über die Haltung von Förderern und Zuschussgebern sowie Sponsoren mit Blick auf bereits bestehende Verbindlichkeiten sowie 3. über Ideen und Maßnahmen, wie Veranstaltungen alternativ durchgeführt werden können.

 

Oberste Priorität haben 1. das gesundheitliche Wohlergehen aller Beteiligten 2. die soziale Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 3. die Fortdauer von kultureller Vermittlung während der Krise. Die AG Filmfestival ist der Auffassung, dass die Vermittlung von Kultur auch in einer solchen Krise, die substantielle politische Fragen zur gesellschaftlichen Solidarität aufwirft, aufrechterhalten werden kann und muss und dass dafür kreative Lösungen möglich sind. Dazu setzen die Festivals ihr Vertrauen in Förderer und Zuschussgeber sowie Sponsoren. Die Filmfestivals halten es mit Herbert Achternbusch: „Du hast keine Chance, aber nutze sie!“

 

Zur AG Filmfestival

In der im Juli 2019 gegründeten AG Filmfestival haben sich eine Vielzahl deutscher Filmfestivals zusammengeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die größten und ältesten Filmfestivals in Deutschland, Filmfestivals aus allen Regionen und Sparten. Ziel der AG ist es, sich untereinander zu vernetzen, bessere Bedingungen für Filmfestivals in Deutschland zu schaffen und gemeinsam mit den Filmschaffenden und anderen Verbänden Filmkultur zu stärken und zu fördern. Derzeit hat die AG Filmfestival 97 Mitglieder.

 

AG Filmfestival

 

  1. März 2020

 

Pressekontakt: Ludwig Sporrer, sporrer@ag-filmfestival.de

Stellungnahme Filmförderungsgesetz (FFG) AG Filmfestival (Juli 2019)

 

Präambel

Allein in Deutschland gibt es circa 400 Filmfestivals, weltweit sind es mehrere Tausend. Sie sind Teil des Auswertungsfensters fast jeden deutschen Films. Sie sind eine in Umfang und Wirkung ernstzunehmende Auswertung deutscher Filme im Kino und ihr Anteil an der Kinoauswertung wird sich in den nächsten Jahren sogar noch erhöhen. Im Gegensatz zu den Zuschauerzahlen im Kino verzeichnen Filmfestivals – zumindest Erhebungen der FFA zufolge – eine zunehmende Publikums- Nachfrage: „Kino-Sonderformen (u. a. Filmfeste, Open-Air- und kommunale Kinos) haben im letzten Jahr sowohl bei Umsatz und Tickets als auch im Bestand kräftiger zugelegt als der Kinomarkt insgesamt.“ (Juli 2018)

Im Bemühen, die Kinoauswertung deutscher Filme attraktiver zu machen, kommt Filmfestivals eine zentrale Rolle zu. Filmfestivals begreifen sich als Teil der Filmwirtschaft sowie der kulturellen Praxis Kino und ihrer Vermittlung. Die Novellierung des FFG muss daher die Frage beantworten, wie das Kino als Auswertungsort von Filmen aufgewertet werden kann und welchen Stellenwert das Kino/Filmfestivals im Sinne der kulturellen Praxis Kino im Spektrum der Auswertungszusammenhänge künftig noch einnehmen soll. Überdies tragen Filmfestivals zur sozialen Aufwertung von Kinoräumen erheblich bei und in der Folge profitieren Kinos mittelbar von der Durchführung von Filmfestivals. Bei der Novellierung des Filmförderungsgesetzes aber wurde die Stimme der Filmfestivals bislang nicht gehört. Filmfestivals müssen im FFG künftig eigenständig stärker berücksichtigt werden, auch wenn ihre Sichtweise mit den Herstellern und Kinobetreibern viele Berührungspunkte aufweist.

Wir bitten daher nachfolgende Vorschläge bei der Novellierung umzusetzen und in Betracht zu ziehen:

Kapitel 1 § 1 Filmförderungsanstalt:

Ergänzung (1):

„ … die kreativ-künstlerische Qualität des deutschen Films und Filmabspiels …“.

(1) Die Filmförderungsanstalt fördert als bundesweit tätige Filmförderungseinrichtung die Struktur der deutschen Filmwirtschaft und die kreativ-künstlerische Qualität des deutschen Films und Filmabspiels als Voraussetzung für seinen Erfolg im Inland und im Ausland. Sie ist eine bundesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Begründung: Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort in Qualität und Umfang.

 

Kapitel 1 § 2 Aufgaben der Filmförderungsanstalt:

Neuformulierung (1):

„Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft zu ergreifen sowie die kulturelle Praxis Kino zu erhalten und zu entwickeln“

ersetzt

„Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft einschließlich des Abspiels von Filmen durchzuführen“.

Begründung:

Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort in Qualität und Umfang. Filmfestivals begreifen sich als Teil der Filmwirtschaft sowie der kulturellen Praxis Kino und ihrer Vermittlung.

Neuformulierung (3):

„Digitalisierung sowie Sicherung von Kopien und Negativen zum Zweck des Erhalts und der Zugänglichmachung des Filmerbes zu unterstützen“

ersetzt

„die Digitalisierung zum Zweck des Erhalts und der Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes zu unterstützen“.

Begründung:

Erweiterung des Spektrums im Abspiel filmhistorischer Werke, etwa durch filmhistorische Programme oder Filmfestivals. Überdies müssen aus konservatorischer Sicht analoge Filme auch analog gesichert werden. Große Teile der Filmgeschichte sind noch nicht digitalisiert. Filmfestivals tragen u.a. mit ihren Retrospektiven zur Filmbildung und zur regelmäßigen Vorführung von Filmerbe bei. Da das Filmerbe nicht vollständig und in ausreichend guter Qualität digital gesichert ist, müssen die Bestände analog gesichert werden, um Filmgeschichte zu erhalten und Gesamtwerke von Filmschaffenden weiterhin präsentieren zu können und weitere Möglichkeiten zu schaffen ältere Werke des deutschen Filmerbes aufführen zu können.

 

Kapitel 2 Abschnitt 2 § 6 Verwaltungsrat:

Neuformulierung Abschnitt (1):

  1. „Der Verwaltungsrat besteht aus 39 Mitgliedern.“
  2. „zwei Mitglieder durch den Verband der Filmverleiher und ein Mitglied der AG Verleih,“

Ergänzung um 21.:

„je ein Mitglied durch a) Verband der deutschen Filmkritik und b) dem Kinematheksverband.“

Neuformulierung (2):

„In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 Nummer 1 bis 7, 10 bis 14 sowie 20 und 21 muss jeweils mindestens eine Frau benannt werden. Eine Ausnahme ist möglich, wenn dadurch der Anteil von Männern und Frauen im Verwaltungsrat insgesamt angeglichen wird. Neben der paritätischen Besetzung ist ebenfalls auf eine diverse Besetzung zu achten.

Begründung:

Sämtliche Gremien und Kommissionen der FFA sollten geschlechterparitätisch besetzt sein. Ebenso ist neben der Geschlechterparität gleichermaßen auf Diversität zu achten

 

Kapitel 2 Abschnitt 2 § 10 Ausschüsse:

„Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden, wenn dem eine Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder zustimmt. Jeder Ausschuss besteht aus fünf bis 15 Mitgliedern oder stellvertretenden Mitgliedern des Verwaltungsrats. Die gewählten Personen müssen jeweils zu gleichen Teilen Frauen und Männer sein. Hierbei sind die Verbände lt. § 6 (1) 5a, 13 und 14 ausreichend zu berücksichtigen.

Ergänzung (1):

„Die gewählten Personen müssen jeweils zu gleichen Teilen Frauen und Männer sein.“

Ergänzung (1):

„Hierbei sind die Verbände lt. § 6 (1) 5a, 13 und 14 ausreichend zu berücksichtigen.“ Begründung: Gemäß (1) Satz 2 sollen Ausschüsse jeweils nur aus fünf bis 15 Personen bestehen. Nachvollziehbar ist, dass mit einer Beschränkung eine hohe Effizienz der Ausschussarbeit sichergestellt werden soll. Allerdings sehen wir die Gefahr, dass kleinere Verbände und somit die Verbände der Kreativen bzw. die von ihnen gestellten Mitglieder des Verwaltungsrats nicht mehr die Möglichkeit haben werden, sich einzubringen.

 

Kapitel 2 Abschnitt 3 § 12 Präsidium:

Ergänzung (1):

„Das Präsidium besteht aus zehn Mitgliedern. Die gewählten Personen müssen mindestens zur Hälfte weiblich sein.

Ergänzung (2):

„Den Vorsitz führt die oder der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Die oder der Vorsitzende wird der sie bzw. ihn entsendenden Institution auf die dieser zur Verfügung stehenden Zahl von Präsidiumsmitgliedern angerechnet.

Ergänzung (2) 3.:

„zwei vom Verwaltungsrat mit der Mehrheit der Stimmen gewählte Mitglieder aus dem Kreis der von der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, dem Bundesverband Regie, der AG Kurzfilm, dem Verband der deutschen Filmkritik und dem Verband Deutscher Drehbuchautoren für den Verwaltungsrat benannten Vertreterinnen und Vertreter auf gemeinsamen Vorschlag dieser Organisationen.

Begründung:

Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort.

 

Kapitel 2 Abschnitt 5 § 23 Bestellung der Mitglieder der Kommission für Kinoförderung:

Neuformulierung (5):

„Bestellung der Mitglieder der Kommission für Kinoförderung (1) Die im Verwaltungsrat vertretenen Verbände der Kinowirtschaft schlagen mindestens jeweils zwei Personen für die Wahl vor. Ein Verband muss jeweils genauso viele Frauen wie Männer vorschlagen. Ist die Anzahl der vorgeschlagenen Personen ungerade, darf das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern jeweils nur eine Person betragen.

(2) Die nach Absatz 1 vorgeschlagenen Personen müssen über maßgebliche und aktuelle Praxiserfahrung in der Kinowirtschaft mit kaufmännischer Verantwortung verfügen und auf dem Gebiet des Filmwesens sachkundig sein. Näheres zur erforderlichen Expertise der vorgeschlagenen Personen regelt die Satzung.

(3) Aus den nach Absatz 1 vorgeschlagenen Personen wählt und bestellt der Verwaltungsrat mit der Mehrheit seiner Mitglieder für den Zeitraum von drei Jahren (Amtszeit) fünf Personen zu ordentlichen Mitgliedern der Kommission für Kinoförderung und fünf Personen zu deren Stellvertreterinnen oder Stellvertretern. In beiden Fällen jeweils mindestens ein Mitglied pro im Verwaltungsrat vertretenen Verband der Kinowirtschaft.

(4) Unter den nach Absatz 3 gewählten ordentlichen Mitgliedern und den stellvertretenden Mitgliedern müssen jeweils mindestens eine Frau und mindestens ein Mann sein. Ebenso ist neben der Geschlechterparität gleichermaßen auf Diversität zu achten

Begründung:

Gerade nicht-gewerbliche und Kommunale Kinos garantieren die Präsenz deutscher Filme und von alternativen Präsentationen in der Öffentlichkeit, etwa von Filmfestivals. Ihre Erfahrungen sind unverzichtbar. Daher muss sichergestellt werden, dass diese dauerhaft in der Kommission zur Kinoförderung vertreten sind.

 

Kapitel 4 Abschnitt 2 § 46 nicht förderfähige Filme:

Neuformulierung:

„Förderhilfen dürfen nicht gewährt werden, wenn der Referenzfilm, der neue Film oder das Filmvorhaben verfassungsfeindliche oder gesetzwidrige Inhalte enthalten.“

Begründung:

Die Formulierung „von geringer Qualität“ setzt ein unbestimmbares Qualitätsurteil voraus. Im Grunde handelt es sich hier um eine regulatorisch nicht definierte Vetofunktion des Präsidiums der FFA. Man kann die Bestimmung mit einem allgemeinen, aber vollkommen ausreichenden Verweis auf die Gesetzeslage abkürzen. Im Übrigen stehen die Rechtsnormen des Grundgesetzes ohnehin über dem FFG.

 

Kapitel 4 Abschnitt 4 § 53 Sperrfristen:

Neuformulierung:

„(4) Auch nach Beendigung der Sperrfrist hat ein geförderter Film vom Rechteinhaber in einem kinogeeigneten Format über einen Zeitraum von mindestens 5 (alternativ: 10) Jahren verfügbar gehalten zu werden (DCP, 35mm).“

Begründung:

Geförderte Filme müssen dauerhaft für den Kinoeinsatz verfügbar sein. Leider bieten einige Verleiher mit Erscheinen des Films nur noch Blu-rays an. Dies ist keine ausreichende Kino also Abspielqualität für Filmfestivals und Kinos. Die kinogeeignete Verfügbarkeit im o.g. Zeitraum zu gewährleisten obliegt dem Rechteninhaber. Danach geht diese Verantwortung an das Bundesarchiv- Filmarchiv über.

 

Kapitel 5 Abschnitt 1 § 59 Projektfilmförderung:

Neuformulierung (1):

„Projektfilmförderung kann gewährt werden, wenn ein Filmvorhaben einen programmfüllenden Film erwarten lässt, der besonders geeignet erscheint, die künstlerische Qualität oder Wirtschaftlichkeit des deutschen Films zu verbessern. Es sollen Filmvorhaben aller Art gefördert werden, darunter in angemessenem Umfang auch Projekte von Nachwuchskräften und Kinderfilmprojekte“

ersetzt

„Projektfilmförderung kann gewährt werden, wenn ein Filmvorhaben einen programmfüllenden Film erwarten lässt, der besonders geeignet erscheint, die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des deutschen Films zu verbessern. Es sollen Filmvorhaben aller Art gefördert werden, darunter in angemessenem Umfang auch Projekte von talentierten Nachwuchskräften, Kinderfilmprojekte, die auf Originalstoffen beruhen, und Projekte, die auch zur Ausstrahlung im Fernsehen geeignet sind.“

Begründung:

Aufwertung der Qualität, zeitgemäßere Formulierung.

Neuformulierung (2):

„Bei Filmvorhaben, die einen nicht programmfüllenden Film mit einer Vorführzeit von mehr als 30 Minuten erwarten lassen, kann der Vorstand auf Antrag Ausnahmen von der Voraussetzung zulassen, dass der Film programmfüllend sein muss, wenn die voraussichtliche künstlerische Qualität des Werks dies rechtfertigt

ersetzt

„Bei Filmvorhaben, die einen nicht programmfüllenden Film mit einer Vorführzeit von mehr als 30 Minuten erwarten lassen, kann der Vorstand auf Antrag Ausnahmen von der Voraussetzung zulassen, dass der Film programmfüllend sein muss, wenn die Gesamtwürdigung des Films dies rechtfertigt.“ Begründung: Aufwertung der Qualität, zeitgemäßere Formulierung.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 73 Förderhilfen, Referenzpunkte:

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei national und international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt.“

ersetzt

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt.“

Begründung:

Hier müssen unbedingt auch national relevante Filmfestivals und Preise berücksichtigt werden. Das Referenzsystem beruht noch auf einer Auflistung und einem Umfang an Filmfestivals aus einer Zeit, in der noch nicht fast 400 Festivals allein in Deutschland deutsche Produktionen präsentierten und die Bedeutung von Filmfestivals in der Auswertungskette gegeben war. Um die Vielfalt und der Menge an bedeutenden Filmfestivals gerecht zu werden, muss überdies die sogenannte Festivalliste der Richtlinie neu konzipiert und bearbeitet werden. Diese ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedingungen im Filmbereich nicht mehr gerecht.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 74 Zuschauererfolg:

Neuformulierung (1):

„Die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg entspricht bei programmfüllenden Filmen der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Festivals vor dem offiziellen Kinostart.“

ersetzt

„Die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg entspricht bei programmfüllenden Filmen der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Es sind nur solche Besucherinnen und Besucher zu berücksichtigen, die den marktüblichen Eintrittspreis bezahlt haben.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren circa 400 Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film- und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 75 Erfolge bei Festivals und Preise:

Ergänzung (3.):

„… sowie die Auszeichnung mit dem Preis der deutschen Filmkritik …“.

Begründung:

Die Sichtweise der Filmkritik, die viel zur Bewerbung und Verbreitung deutscher Filme beiträgt, sollte berücksichtigt werden. Oftmals erfolgen Sichtung und Bewertung deutscher Filme auf Filmfestivals. Auch hier muss die Sichtweise auf Filmfestivals und Filmpreise sowie auf die deutsche Filmkritik zeitgemäßer werden und Berücksichtigung im FFG finden.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 77 Zuschauererfolg:

Neuformulierung (1):

„Bei Debutfilmen (im Sinne der Richtlinien im BKM) und Filmen mit niedrigen Herstellungskosten entspricht die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Festivals vor dem offiziellen Kinostart.“ ersetzt

„Bei Erstlingsfilmen und Filmen mit niedrigen Herstellungskosten entspricht die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Es sind nur solche Besucherinnen und Besucher zu berücksichtigen, die den marktüblichen Eintrittspreis bezahlt haben.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren circa 400 Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Auf Filmfestivals werden ebenfalls marktübliche Kinotickets erworben. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Kapitel 6 § 91 Referenzförderung:

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Erfolg bei international und national bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Für die Auszeichnung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung erhält ein Film fünf Referenzpunkte.“

Begründung:

Die überproportional starke Gewichtung des FBW-Prädikates „besonders wertvoll“ muss korrigiert werden. In den letzten drei Jahren wurden mehr als ein Drittel der Referenzpunkte durch das FBW-Prädikat vergeben. Dies widerspricht der Intention der Erfolgsmessung durch die Festivalliste und dem Ziel, das Kino als kulturelle Praxis zu stärken. Auch die in § 2 (4) geforderte kulturelle Ausstrahlung des deutschen Films im Ausland würde durch eine entsprechende Gewichtung von Festivalteilnahmen und Preisen im Ausland erhöht. Der einzige Grund für einen Kurzfilm, ein FBW-Prädikat zu beantragen, besteht darin, Referenzpunkte zu sammeln, um Fördergelder zu erhalten. Somit ist der alleinige Zweck der Jury der FBW, zumindest was den Kurzfilm betrifft, als eine Art Vergabegremium der FFA zu fungieren. Dies widerspricht dem Gesetz dem Grundsatz nach. Im Gegensatz zu den Auswahlentscheidungen der Sichtungskommissionen von Festivals bringen die FBW-Prädikate keinen einzigen Kurzfilm in die Öffentlichkeit. Filme werden aber nicht für Jurys produziert, sondern für das Publikum. Grundsätzlich sollte überlegt werden, der FBW künftig eine andere Aufgabe zuzuweisen.

 

Kapitel 8 Abschnitt 2 § 127 Förderhilfen, Referenzpunkte:

Neuformulierung (1):

„Referenzförderung wird für den Verleih eines programmfüllenden Films im Sinne der §§ 41 bis 48 gewährt, wenn der Film innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr nach Erstaufführung in einem deutschen Kino 100 000 Referenzpunkte erreicht hat. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Filmfestivals im Vorfeld des Kinostarts.“

ersetzt

„Referenzförderung wird für den Verleih eines programmfüllenden Films im Sinne der §§ 41 bis 48 gewährt, wenn der Film innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr nach Erstaufführung in einem deutschen Kino 100 000 Referenzpunkte erreicht hat.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren Hunderte von Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film- und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei national und international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Bei der Berücksichtigung des Zuschauererfolgs gelten die §§ 74 und 77 und bei der Berücksichtigung des Erfolgs bei Festivals und von Preisen die §§ 75 und 78 entsprechend“

ersetzt

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Bei der Berücksichtigung des Zuschauererfolgs gelten die §§ 74 und 77 und bei der Berücksichtigung des Erfolgs bei Festivals und von Preisen die §§ 75 und 78 entsprechend.“

Begründung:

Hier müssen unbedingt auch national relevante Filmfestivals und Preise berücksichtigt werden. Das Referenzsystem beruht noch auf einer Auflistung und einem Umfang an Filmfestivals aus einer Zeit, in der noch nicht fast 400 Festivals allein in Deutschland deutsche Produktionen präsentierten und die Bedeutung von Filmfestivals in der Auswertungskette gegeben war. Um die Vielfalt und der Menge an bedeutenden Filmfestivals gerecht zu werden, muss überdies die sogenannte Festivalliste der Richtlinie neu konzipiert und bearbeitet werden. Diese ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedingungen im Filmbereich nicht mehr gerecht.

 

Kapitel 9 Abschnitt 1 § 134 Kinoförderung:

Neuformulierung (1):

„zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos, insbesondere für analoges und digitales Abspiel, mit Blick auf die Durchführung von filmhistorischen Programmen und Filmfestivals, sowie zur Neuerrichtung, wenn sie der Strukturverbesserung dient“

ersetzt

„zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos sowie zur Neuerrichtung, wenn sie der Strukturverbesserung dient“.

 

Begründung:

Unter Modernisierung und Verbesserung von Kinos sollte auch analoge Technik fallen. Um Filmgeschichte weiterhin präsentieren zu können, zur Durchführung von Filmfestivals und filmhistorischen Programmen geeignete Abspielorte bereitzustellen, werden weiterhin Kinos benötigt, die auch analoge Technik und generell gute technische Standards bieten.

Neuformulierung (6):

„zur Aufführung von Kurzfilmen und von programmfüllenden Kurzfilmangeboten für Kinos“ ersetzt

„zur Aufführung von Kurzfilmen als Vorfilm im Kino und von originären Kurzfilmprogrammen für Kinos“.

 

Begründung: zeitgemäßere Formulierung

Neuaufnahme:

„8. für Fortbildungsmaßnahmen, die geeignet sind, die kulturelle Praxis Kino in ihrem gesamten analogen und digitalen Spektrum sicherzustellen, insbesondere bei der Gründung und Existenzsicherung von Kinos, der Fortschreibung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards im Bereich Vorführung und Programmierung, etwa im Umgang mit Archivkopien, sowie zur Durchführung von Festivals.“

Begründung:

Fortbildung dürfte der Schlüssel zur Zukunft der Kinos sein, nicht nur zur Sicherung von Qualitätsstandards, sondern vor allem auch für Filmvermittlung und Wissenstransfer, die Beförderung des technologischen Fortschritts, die Entwicklung neuer Strategien für Programmarbeit/Kuration und Marketing sowie zur Durchführung von Filmfestivals und filmhistorischen Programmen.

 

Kapitel 9 Abschnitt 2 § 138 Förderhilfen:

Neuaufnahme:

„3. Einen Referenzpunkt pro Besucherin oder Besucher erhalten Kinos, die mindestens 20 Prozent ihrer Besucherinnen oder Besucher mit filmhistorischen Werken erwirtschaften, die im 19. und 20. Jahrhundert produziert wurden“.

Begründung:

Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden, etwa auf Filmfestivals (u.a. Retrospektiven). Dazu sind Anreize im FFG erforderlich. Mittelbar profitieren also Kinos von der Durchführung von Filmfestivals.

 

Kapitel 10 § 145 (2) Unterstützung der Digitalisierung des deutschen Filmerbes:

Neuformulierung:

„Förderhilfen dürfen nur gewährt werden für die Digitalisierung von Filmen im Sinne der §§ 41 bis 48 zum Zweck der weiteren Auswertung dieser Filme. Hierbei können auch zur Aufführung im Kino geeignete programmfüllende und nicht programmfüllende filmhistorische Werke berücksichtigt werden sowie generell auch ausländische Filme in deutschen Archiven und Sammlungen von besonderer filmhistorischer Bedeutung.“

Begründung:

Ziel muss die Ausweitung der Kinoauswertungen sein, etwa durch Filmfestivals. Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden. Dazu sind Anreize im FFG erforderlich.

Neuaufnahme:

„Bei Filmen, die analog entstanden sind, muss mindestens eine analoge Kopie für den Verleih hinterlegt und ggf. das Negativ einem Archiv des Kinemathekenverbunds übergeben werden.“ Begründung: Aus konservatorischer Sicht müssen analoge Filme auch analog gesichert werden und abspielbar sein.

Neuaufnahme:

„Geförderte Vorhaben müssen mit unkomprimierten Kopien zu aktuellen marktüblichen Verleihkonditionen für deutsche Kinos in Archiven deponiert werden.“

Begründung:

Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden und abspielbar sein. Dazu sind Anreize im FFG erforderlich.

Stellungnahme Filmförderungsgesetz (FFG) AG Filmfestival (Juli 2019)

 

Präambel

Allein in Deutschland gibt es circa 400 Filmfestivals, weltweit sind es mehrere Tausend. Sie sind Teil des Auswertungsfensters fast jeden deutschen Films. Sie sind eine in Umfang und Wirkung ernstzunehmende Auswertung deutscher Filme im Kino und ihr Anteil an der Kinoauswertung wird sich in den nächsten Jahren sogar noch erhöhen. Im Gegensatz zu den Zuschauerzahlen im Kino verzeichnen Filmfestivals – zumindest Erhebungen der FFA zufolge – eine zunehmende Publikums- Nachfrage: „Kino-Sonderformen (u. a. Filmfeste, Open-Air- und kommunale Kinos) haben im letzten Jahr sowohl bei Umsatz und Tickets als auch im Bestand kräftiger zugelegt als der Kinomarkt insgesamt.“ (Juli 2018)

Im Bemühen, die Kinoauswertung deutscher Filme attraktiver zu machen, kommt Filmfestivals eine zentrale Rolle zu. Filmfestivals begreifen sich als Teil der Filmwirtschaft sowie der kulturellen Praxis Kino und ihrer Vermittlung. Die Novellierung des FFG muss daher die Frage beantworten, wie das Kino als Auswertungsort von Filmen aufgewertet werden kann und welchen Stellenwert das Kino/Filmfestivals im Sinne der kulturellen Praxis Kino im Spektrum der Auswertungszusammenhänge künftig noch einnehmen soll. Überdies tragen Filmfestivals zur sozialen Aufwertung von Kinoräumen erheblich bei und in der Folge profitieren Kinos mittelbar von der Durchführung von Filmfestivals. Bei der Novellierung des Filmförderungsgesetzes aber wurde die Stimme der Filmfestivals bislang nicht gehört. Filmfestivals müssen im FFG künftig eigenständig stärker berücksichtigt werden, auch wenn ihre Sichtweise mit den Herstellern und Kinobetreibern viele Berührungspunkte aufweist.

Wir bitten daher nachfolgende Vorschläge bei der Novellierung umzusetzen und in Betracht zu ziehen:

Kapitel 1 § 1 Filmförderungsanstalt:

Ergänzung (1):

„ … die kreativ-künstlerische Qualität des deutschen Films und Filmabspiels …“.

(1) Die Filmförderungsanstalt fördert als bundesweit tätige Filmförderungseinrichtung die Struktur der deutschen Filmwirtschaft und die kreativ-künstlerische Qualität des deutschen Films und Filmabspiels als Voraussetzung für seinen Erfolg im Inland und im Ausland. Sie ist eine bundesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Begründung: Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort in Qualität und Umfang.

 

Kapitel 1 § 2 Aufgaben der Filmförderungsanstalt:

Neuformulierung (1):

„Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft zu ergreifen sowie die kulturelle Praxis Kino zu erhalten und zu entwickeln“

ersetzt

„Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft einschließlich des Abspiels von Filmen durchzuführen“.

Begründung:

Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort in Qualität und Umfang. Filmfestivals begreifen sich als Teil der Filmwirtschaft sowie der kulturellen Praxis Kino und ihrer Vermittlung.

Neuformulierung (3):

„Digitalisierung sowie Sicherung von Kopien und Negativen zum Zweck des Erhalts und der Zugänglichmachung des Filmerbes zu unterstützen“

ersetzt

„die Digitalisierung zum Zweck des Erhalts und der Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes zu unterstützen“.

Begründung:

Erweiterung des Spektrums im Abspiel filmhistorischer Werke, etwa durch filmhistorische Programme oder Filmfestivals. Überdies müssen aus konservatorischer Sicht analoge Filme auch analog gesichert werden. Große Teile der Filmgeschichte sind noch nicht digitalisiert. Filmfestivals tragen u.a. mit ihren Retrospektiven zur Filmbildung und zur regelmäßigen Vorführung von Filmerbe bei. Da das Filmerbe nicht vollständig und in ausreichend guter Qualität digital gesichert ist, müssen die Bestände analog gesichert werden, um Filmgeschichte zu erhalten und Gesamtwerke von Filmschaffenden weiterhin präsentieren zu können und weitere Möglichkeiten zu schaffen ältere Werke des deutschen Filmerbes aufführen zu können.

 

Kapitel 2 Abschnitt 2 § 6 Verwaltungsrat:

Neuformulierung Abschnitt (1):

  1. „Der Verwaltungsrat besteht aus 39 Mitgliedern.“
  2. „zwei Mitglieder durch den Verband der Filmverleiher und ein Mitglied der AG Verleih,“

Ergänzung um 21.:

„je ein Mitglied durch a) Verband der deutschen Filmkritik und b) dem Kinematheksverband.“

Neuformulierung (2):

„In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 Nummer 1 bis 7, 10 bis 14 sowie 20 und 21 muss jeweils mindestens eine Frau benannt werden. Eine Ausnahme ist möglich, wenn dadurch der Anteil von Männern und Frauen im Verwaltungsrat insgesamt angeglichen wird. Neben der paritätischen Besetzung ist ebenfalls auf eine diverse Besetzung zu achten.

Begründung:

Sämtliche Gremien und Kommissionen der FFA sollten geschlechterparitätisch besetzt sein. Ebenso ist neben der Geschlechterparität gleichermaßen auf Diversität zu achten

 

Kapitel 2 Abschnitt 2 § 10 Ausschüsse:

„Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden, wenn dem eine Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder zustimmt. Jeder Ausschuss besteht aus fünf bis 15 Mitgliedern oder stellvertretenden Mitgliedern des Verwaltungsrats. Die gewählten Personen müssen jeweils zu gleichen Teilen Frauen und Männer sein. Hierbei sind die Verbände lt. § 6 (1) 5a, 13 und 14 ausreichend zu berücksichtigen.

Ergänzung (1):

„Die gewählten Personen müssen jeweils zu gleichen Teilen Frauen und Männer sein.“

Ergänzung (1):

„Hierbei sind die Verbände lt. § 6 (1) 5a, 13 und 14 ausreichend zu berücksichtigen.“ Begründung: Gemäß (1) Satz 2 sollen Ausschüsse jeweils nur aus fünf bis 15 Personen bestehen. Nachvollziehbar ist, dass mit einer Beschränkung eine hohe Effizienz der Ausschussarbeit sichergestellt werden soll. Allerdings sehen wir die Gefahr, dass kleinere Verbände und somit die Verbände der Kreativen bzw. die von ihnen gestellten Mitglieder des Verwaltungsrats nicht mehr die Möglichkeit haben werden, sich einzubringen.

 

Kapitel 2 Abschnitt 3 § 12 Präsidium:

Ergänzung (1):

„Das Präsidium besteht aus zehn Mitgliedern. Die gewählten Personen müssen mindestens zur Hälfte weiblich sein.

Ergänzung (2):

„Den Vorsitz führt die oder der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Die oder der Vorsitzende wird der sie bzw. ihn entsendenden Institution auf die dieser zur Verfügung stehenden Zahl von Präsidiumsmitgliedern angerechnet.

Ergänzung (2) 3.:

„zwei vom Verwaltungsrat mit der Mehrheit der Stimmen gewählte Mitglieder aus dem Kreis der von der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, dem Bundesverband Regie, der AG Kurzfilm, dem Verband der deutschen Filmkritik und dem Verband Deutscher Drehbuchautoren für den Verwaltungsrat benannten Vertreterinnen und Vertreter auf gemeinsamen Vorschlag dieser Organisationen.

Begründung:

Aufwertung von Filmfestivals und Kinos als Abspielort.

 

Kapitel 2 Abschnitt 5 § 23 Bestellung der Mitglieder der Kommission für Kinoförderung:

Neuformulierung (5):

„Bestellung der Mitglieder der Kommission für Kinoförderung (1) Die im Verwaltungsrat vertretenen Verbände der Kinowirtschaft schlagen mindestens jeweils zwei Personen für die Wahl vor. Ein Verband muss jeweils genauso viele Frauen wie Männer vorschlagen. Ist die Anzahl der vorgeschlagenen Personen ungerade, darf das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern jeweils nur eine Person betragen.

(2) Die nach Absatz 1 vorgeschlagenen Personen müssen über maßgebliche und aktuelle Praxiserfahrung in der Kinowirtschaft mit kaufmännischer Verantwortung verfügen und auf dem Gebiet des Filmwesens sachkundig sein. Näheres zur erforderlichen Expertise der vorgeschlagenen Personen regelt die Satzung.

(3) Aus den nach Absatz 1 vorgeschlagenen Personen wählt und bestellt der Verwaltungsrat mit der Mehrheit seiner Mitglieder für den Zeitraum von drei Jahren (Amtszeit) fünf Personen zu ordentlichen Mitgliedern der Kommission für Kinoförderung und fünf Personen zu deren Stellvertreterinnen oder Stellvertretern. In beiden Fällen jeweils mindestens ein Mitglied pro im Verwaltungsrat vertretenen Verband der Kinowirtschaft.

(4) Unter den nach Absatz 3 gewählten ordentlichen Mitgliedern und den stellvertretenden Mitgliedern müssen jeweils mindestens eine Frau und mindestens ein Mann sein. Ebenso ist neben der Geschlechterparität gleichermaßen auf Diversität zu achten

Begründung:

Gerade nicht-gewerbliche und Kommunale Kinos garantieren die Präsenz deutscher Filme und von alternativen Präsentationen in der Öffentlichkeit, etwa von Filmfestivals. Ihre Erfahrungen sind unverzichtbar. Daher muss sichergestellt werden, dass diese dauerhaft in der Kommission zur Kinoförderung vertreten sind.

 

Kapitel 4 Abschnitt 2 § 46 nicht förderfähige Filme:

Neuformulierung:

„Förderhilfen dürfen nicht gewährt werden, wenn der Referenzfilm, der neue Film oder das Filmvorhaben verfassungsfeindliche oder gesetzwidrige Inhalte enthalten.“

Begründung:

Die Formulierung „von geringer Qualität“ setzt ein unbestimmbares Qualitätsurteil voraus. Im Grunde handelt es sich hier um eine regulatorisch nicht definierte Vetofunktion des Präsidiums der FFA. Man kann die Bestimmung mit einem allgemeinen, aber vollkommen ausreichenden Verweis auf die Gesetzeslage abkürzen. Im Übrigen stehen die Rechtsnormen des Grundgesetzes ohnehin über dem FFG.

 

Kapitel 4 Abschnitt 4 § 53 Sperrfristen:

Neuformulierung:

„(4) Auch nach Beendigung der Sperrfrist hat ein geförderter Film vom Rechteinhaber in einem kinogeeigneten Format über einen Zeitraum von mindestens 5 (alternativ: 10) Jahren verfügbar gehalten zu werden (DCP, 35mm).“

Begründung:

Geförderte Filme müssen dauerhaft für den Kinoeinsatz verfügbar sein. Leider bieten einige Verleiher mit Erscheinen des Films nur noch Blu-rays an. Dies ist keine ausreichende Kino also Abspielqualität für Filmfestivals und Kinos. Die kinogeeignete Verfügbarkeit im o.g. Zeitraum zu gewährleisten obliegt dem Rechteninhaber. Danach geht diese Verantwortung an das Bundesarchiv- Filmarchiv über.

 

Kapitel 5 Abschnitt 1 § 59 Projektfilmförderung:

Neuformulierung (1):

„Projektfilmförderung kann gewährt werden, wenn ein Filmvorhaben einen programmfüllenden Film erwarten lässt, der besonders geeignet erscheint, die künstlerische Qualität oder Wirtschaftlichkeit des deutschen Films zu verbessern. Es sollen Filmvorhaben aller Art gefördert werden, darunter in angemessenem Umfang auch Projekte von Nachwuchskräften und Kinderfilmprojekte“

ersetzt

„Projektfilmförderung kann gewährt werden, wenn ein Filmvorhaben einen programmfüllenden Film erwarten lässt, der besonders geeignet erscheint, die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des deutschen Films zu verbessern. Es sollen Filmvorhaben aller Art gefördert werden, darunter in angemessenem Umfang auch Projekte von talentierten Nachwuchskräften, Kinderfilmprojekte, die auf Originalstoffen beruhen, und Projekte, die auch zur Ausstrahlung im Fernsehen geeignet sind.“

Begründung:

Aufwertung der Qualität, zeitgemäßere Formulierung.

Neuformulierung (2):

„Bei Filmvorhaben, die einen nicht programmfüllenden Film mit einer Vorführzeit von mehr als 30 Minuten erwarten lassen, kann der Vorstand auf Antrag Ausnahmen von der Voraussetzung zulassen, dass der Film programmfüllend sein muss, wenn die voraussichtliche künstlerische Qualität des Werks dies rechtfertigt

ersetzt

„Bei Filmvorhaben, die einen nicht programmfüllenden Film mit einer Vorführzeit von mehr als 30 Minuten erwarten lassen, kann der Vorstand auf Antrag Ausnahmen von der Voraussetzung zulassen, dass der Film programmfüllend sein muss, wenn die Gesamtwürdigung des Films dies rechtfertigt.“ Begründung: Aufwertung der Qualität, zeitgemäßere Formulierung.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 73 Förderhilfen, Referenzpunkte:

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei national und international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt.“

ersetzt

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt.“

Begründung:

Hier müssen unbedingt auch national relevante Filmfestivals und Preise berücksichtigt werden. Das Referenzsystem beruht noch auf einer Auflistung und einem Umfang an Filmfestivals aus einer Zeit, in der noch nicht fast 400 Festivals allein in Deutschland deutsche Produktionen präsentierten und die Bedeutung von Filmfestivals in der Auswertungskette gegeben war. Um die Vielfalt und der Menge an bedeutenden Filmfestivals gerecht zu werden, muss überdies die sogenannte Festivalliste der Richtlinie neu konzipiert und bearbeitet werden. Diese ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedingungen im Filmbereich nicht mehr gerecht.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 74 Zuschauererfolg:

Neuformulierung (1):

„Die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg entspricht bei programmfüllenden Filmen der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Festivals vor dem offiziellen Kinostart.“

ersetzt

„Die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg entspricht bei programmfüllenden Filmen der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Es sind nur solche Besucherinnen und Besucher zu berücksichtigen, die den marktüblichen Eintrittspreis bezahlt haben.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren circa 400 Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film- und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 75 Erfolge bei Festivals und Preise:

Ergänzung (3.):

„… sowie die Auszeichnung mit dem Preis der deutschen Filmkritik …“.

Begründung:

Die Sichtweise der Filmkritik, die viel zur Bewerbung und Verbreitung deutscher Filme beiträgt, sollte berücksichtigt werden. Oftmals erfolgen Sichtung und Bewertung deutscher Filme auf Filmfestivals. Auch hier muss die Sichtweise auf Filmfestivals und Filmpreise sowie auf die deutsche Filmkritik zeitgemäßer werden und Berücksichtigung im FFG finden.

 

Kapitel 5 Abschnitt 2 § 77 Zuschauererfolg:

Neuformulierung (1):

„Bei Debutfilmen (im Sinne der Richtlinien im BKM) und Filmen mit niedrigen Herstellungskosten entspricht die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Festivals vor dem offiziellen Kinostart.“ ersetzt

„Bei Erstlingsfilmen und Filmen mit niedrigen Herstellungskosten entspricht die Referenzpunktzahl aus dem Zuschauererfolg der Besucherzahl im Zeitraum eines Jahres nach der Erstaufführung in einem Kino im Inland gegen Entgelt. Es sind nur solche Besucherinnen und Besucher zu berücksichtigen, die den marktüblichen Eintrittspreis bezahlt haben.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren circa 400 Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Auf Filmfestivals werden ebenfalls marktübliche Kinotickets erworben. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Kapitel 6 § 91 Referenzförderung:

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Erfolg bei international und national bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Für die Auszeichnung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung erhält ein Film fünf Referenzpunkte.“

Begründung:

Die überproportional starke Gewichtung des FBW-Prädikates „besonders wertvoll“ muss korrigiert werden. In den letzten drei Jahren wurden mehr als ein Drittel der Referenzpunkte durch das FBW-Prädikat vergeben. Dies widerspricht der Intention der Erfolgsmessung durch die Festivalliste und dem Ziel, das Kino als kulturelle Praxis zu stärken. Auch die in § 2 (4) geforderte kulturelle Ausstrahlung des deutschen Films im Ausland würde durch eine entsprechende Gewichtung von Festivalteilnahmen und Preisen im Ausland erhöht. Der einzige Grund für einen Kurzfilm, ein FBW-Prädikat zu beantragen, besteht darin, Referenzpunkte zu sammeln, um Fördergelder zu erhalten. Somit ist der alleinige Zweck der Jury der FBW, zumindest was den Kurzfilm betrifft, als eine Art Vergabegremium der FFA zu fungieren. Dies widerspricht dem Gesetz dem Grundsatz nach. Im Gegensatz zu den Auswahlentscheidungen der Sichtungskommissionen von Festivals bringen die FBW-Prädikate keinen einzigen Kurzfilm in die Öffentlichkeit. Filme werden aber nicht für Jurys produziert, sondern für das Publikum. Grundsätzlich sollte überlegt werden, der FBW künftig eine andere Aufgabe zuzuweisen.

 

Kapitel 8 Abschnitt 2 § 127 Förderhilfen, Referenzpunkte:

Neuformulierung (1):

„Referenzförderung wird für den Verleih eines programmfüllenden Films im Sinne der §§ 41 bis 48 gewährt, wenn der Film innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr nach Erstaufführung in einem deutschen Kino 100 000 Referenzpunkte erreicht hat. Berücksichtigt werden auch Aufführungen auf Filmfestivals im Vorfeld des Kinostarts.“

ersetzt

„Referenzförderung wird für den Verleih eines programmfüllenden Films im Sinne der §§ 41 bis 48 gewährt, wenn der Film innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr nach Erstaufführung in einem deutschen Kino 100 000 Referenzpunkte erreicht hat.“

Begründung:

Aufführungen auf Filmfestivals stellen ebenfalls eine relevante Auswertung von programmfüllenden Filmen dar. Allein in Deutschland existieren Hunderte von Filmfestivals, die Teil der Auswertungskette sind und als solche berücksichtigt werden müssen. Überdies tragen Filmfestivals zur Förderung der Film- und der Kinokultur bei und zur Filmvermittlung. Sie erzielen eine hohe Werbewirkung beim Publikum und werden als Marketingtool für die spätere Kinoauswertung genutzt. Sie erreichen oftmals die erste internationale Wahrnehmung von deutschen Filmen und generieren ein breites Presseecho für den Film und die Filmschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene.

Neuformulierung (2):

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei national und international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Bei der Berücksichtigung des Zuschauererfolgs gelten die §§ 74 und 77 und bei der Berücksichtigung des Erfolgs bei Festivals und von Preisen die §§ 75 und 78 entsprechend“

ersetzt

„Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauererfolg sowie dem Erfolg bei international bedeutsamen Festivals und Preisen ermittelt. Bei der Berücksichtigung des Zuschauererfolgs gelten die §§ 74 und 77 und bei der Berücksichtigung des Erfolgs bei Festivals und von Preisen die §§ 75 und 78 entsprechend.“

Begründung:

Hier müssen unbedingt auch national relevante Filmfestivals und Preise berücksichtigt werden. Das Referenzsystem beruht noch auf einer Auflistung und einem Umfang an Filmfestivals aus einer Zeit, in der noch nicht fast 400 Festivals allein in Deutschland deutsche Produktionen präsentierten und die Bedeutung von Filmfestivals in der Auswertungskette gegeben war. Um die Vielfalt und der Menge an bedeutenden Filmfestivals gerecht zu werden, muss überdies die sogenannte Festivalliste der Richtlinie neu konzipiert und bearbeitet werden. Diese ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedingungen im Filmbereich nicht mehr gerecht.

 

Kapitel 9 Abschnitt 1 § 134 Kinoförderung:

Neuformulierung (1):

„zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos, insbesondere für analoges und digitales Abspiel, mit Blick auf die Durchführung von filmhistorischen Programmen und Filmfestivals, sowie zur Neuerrichtung, wenn sie der Strukturverbesserung dient“

ersetzt

„zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos sowie zur Neuerrichtung, wenn sie der Strukturverbesserung dient“.

 

Begründung:

Unter Modernisierung und Verbesserung von Kinos sollte auch analoge Technik fallen. Um Filmgeschichte weiterhin präsentieren zu können, zur Durchführung von Filmfestivals und filmhistorischen Programmen geeignete Abspielorte bereitzustellen, werden weiterhin Kinos benötigt, die auch analoge Technik und generell gute technische Standards bieten.

Neuformulierung (6):

„zur Aufführung von Kurzfilmen und von programmfüllenden Kurzfilmangeboten für Kinos“ ersetzt

„zur Aufführung von Kurzfilmen als Vorfilm im Kino und von originären Kurzfilmprogrammen für Kinos“.

 

Begründung: zeitgemäßere Formulierung

Neuaufnahme:

„8. für Fortbildungsmaßnahmen, die geeignet sind, die kulturelle Praxis Kino in ihrem gesamten analogen und digitalen Spektrum sicherzustellen, insbesondere bei der Gründung und Existenzsicherung von Kinos, der Fortschreibung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards im Bereich Vorführung und Programmierung, etwa im Umgang mit Archivkopien, sowie zur Durchführung von Festivals.“

Begründung:

Fortbildung dürfte der Schlüssel zur Zukunft der Kinos sein, nicht nur zur Sicherung von Qualitätsstandards, sondern vor allem auch für Filmvermittlung und Wissenstransfer, die Beförderung des technologischen Fortschritts, die Entwicklung neuer Strategien für Programmarbeit/Kuration und Marketing sowie zur Durchführung von Filmfestivals und filmhistorischen Programmen.

 

Kapitel 9 Abschnitt 2 § 138 Förderhilfen:

Neuaufnahme:

„3. Einen Referenzpunkt pro Besucherin oder Besucher erhalten Kinos, die mindestens 20 Prozent ihrer Besucherinnen oder Besucher mit filmhistorischen Werken erwirtschaften, die im 19. und 20. Jahrhundert produziert wurden“.

Begründung:

Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden, etwa auf Filmfestivals (u.a. Retrospektiven). Dazu sind Anreize im FFG erforderlich. Mittelbar profitieren also Kinos von der Durchführung von Filmfestivals.

 

Kapitel 10 § 145 (2) Unterstützung der Digitalisierung des deutschen Filmerbes:

Neuformulierung:

„Förderhilfen dürfen nur gewährt werden für die Digitalisierung von Filmen im Sinne der §§ 41 bis 48 zum Zweck der weiteren Auswertung dieser Filme. Hierbei können auch zur Aufführung im Kino geeignete programmfüllende und nicht programmfüllende filmhistorische Werke berücksichtigt werden sowie generell auch ausländische Filme in deutschen Archiven und Sammlungen von besonderer filmhistorischer Bedeutung.“

Begründung:

Ziel muss die Ausweitung der Kinoauswertungen sein, etwa durch Filmfestivals. Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden. Dazu sind Anreize im FFG erforderlich.

Neuaufnahme:

„Bei Filmen, die analog entstanden sind, muss mindestens eine analoge Kopie für den Verleih hinterlegt und ggf. das Negativ einem Archiv des Kinemathekenverbunds übergeben werden.“ Begründung: Aus konservatorischer Sicht müssen analoge Filme auch analog gesichert werden und abspielbar sein.

Neuaufnahme:

„Geförderte Vorhaben müssen mit unkomprimierten Kopien zu aktuellen marktüblichen Verleihkonditionen für deutsche Kinos in Archiven deponiert werden.“

Begründung:

Das Filmerbe muss gesichert, aber auch öffentlich präsentiert werden und abspielbar sein. Dazu sind Anreize im FFG erforderlich.